Julia über die Relevanz von Influencer-Kooperationen für Disease Awareness

Authentizität und Glaubwürdigkeit sind im Gesundheitsbereich entscheidend. Gerade bei Disease Awareness-Kampagnen kommt es darauf an, die richtigen Stimmen zu finden, die medizinische Inhalte nahbar und verantwortungsvoll vermitteln. Julia, Consultant bei GCI Health, erklärt im Interview, wie sie passende Influencer auswählt und sie frühzeitig in die Kommunikationsstrategie einbindet, um Vertrauen bei Betroffenen, Angehörigen und der breiten Öffentlichkeit aufzubauen.
20.01.2026
Frage:

Influencer-Kooperationen sind für uns ein Baustein innerhalb einer übergeordneten Disease Awareness-Strategie. Am Anfang steht immer die Frage, welches Informationsbedürfnis besteht und wie wir Betroffene, Angehörige oder auch die breite Öffentlichkeit sinnvoll erreichen können.

Influencer spielen vor allem dort eine Rolle, wo es darum geht, medizinische Themen verständlich und nahbar zu vermitteln. Ihre Inhalte werden deshalb eng mit anderen Kommunikationsmaßnahmen verzahnt – etwa mit klassischer Medienarbeit oder eigenen digitalen Kanälen. Wichtig ist uns dabei, dass die Kernbotschaften konsistent bleiben, sich aber an den jeweiligen Kanal und die Zielgruppe anpassen dürfen.

Frage:

Bei Disease Awareness-Kampagnen schauen wir sehr genau hin, mit wem wir zusammenarbeiten. Reichweite allein ist kein ausschlaggebendes Kriterium. Viel wichtiger ist die Frage, ob jemand thematisch und menschlich zum Thema passt.

Wir prüfen unter anderem, ob es einen glaubwürdigen Bezug zur Erkrankung oder zum Gesundheitsumfeld gibt, wie der Umgangston gegenüber der Community ist und ob Inhalte sensibel und verantwortungsvoll aufbereitet werden. Häufig sind kleinere oder mittlere Accounts mit einer engagierten Community wirkungsvoller als große Reichweiten, weil sie Nähe und echten Austausch ermöglichen.

Frage:

Authentizität und Glaubwürdigkeit sind im Gesundheitsbereich zentral – ohne Vertrauen funktioniert Disease Awareness nicht. Influencer müssen Inhalte so vermitteln können, dass sie sich stimmig in ihre eigene Kommunikation einfügen und nicht wie aufgesetzt wirken.

Das heißt auch, dass wir Influencer nicht als reine Sprachrohre verstehen. Ihre persönliche Perspektive, ihre Sprache und ihre Erfahrungen sind ein wesentlicher Teil der Kommunikation. Gleichzeitig achten wir sehr darauf, dass medizinische Inhalte korrekt sind und transparent kommuniziert wird, wenn es sich um eine Kooperation handelt.

Frage:

Influencer werden bei uns nicht erst am Ende eines Projekts „dazugeholt“, sondern möglichst früh in die Planung eingebunden. Gemeinsam mit dem Kunden definieren wir, welche Rolle Influencer im Gesamtkonzept spielen können und wo ihre Stärken liegen.

In der Zusammenarbeit setzen wir auf klare Absprachen, fachliche Abstimmung und einen offenen Austausch. Gleichzeitig geben wir bewusst Raum für eigene Ideen, weil Inhalte nur dann glaubwürdig sind, wenn sie zur jeweiligen Person passen. In vielen Fällen liefern Influencer auch wertvolle Impulse, weil sie sehr genau wissen, welche Fragen und Bedürfnisse ihre Community hat.

Frage:

Die Zusammenarbeit mit Influencern im Gesundheitsbereich erfordert besondere Sorgfalt. Risiken können zum Beispiel in ungenauen Aussagen, regulatorischen Anforderungen oder in einer mangelnden Passung zwischen Influencer und Thema liegen.

Um dem vorzubeugen, investieren wir viel Zeit in die Auswahl, in saubere Briefings und in die fachliche Prüfung der Inhalte. Wichtig ist dabei eine gute Balance: genug Struktur und Kontrolle, um Sicherheit zu gewährleisten – und genug Vertrauen, damit die Kommunikation nicht an Glaubwürdigkeit verliert.